VERSICHERTER VERSAND

Das Landgericht Frankfurt hat in seinem vor kurzem erschienen Urteil (2-03 O 205/12) u. a. noch einmal darauf hingewiesen, dass im Onlinehandel die Unterscheidung „unversicherter“ und „versicherter“ Versand wettbewerbswidrig sei.
Gemäß §§ 474, 447 BGB hat im Versandhandel immer der Unternehmer das Risiko des Versandes zu tragen. Die Gefahr geht also erst mit Übergabe der Sache an den Käufer über. Geht der gekaufte Artikel auf dem Versandweg verloren, muss der Verkäufer entweder Ersatz liefern oder dem Käufer den Kaufvertrag zuzüglich Versandkosten zurückerstatten.
Soweit ein Händler – wie in der genannten Entscheidung geschehen – dem Käufer einen „unversicherten Versand“ und einen „versicherten Versand“ in den AGB als Versandbedingungen anbietet, stellt dies einen Verstoß gegen §§ 3, 5 UWG dar. Der Kunde, der für einen „versicherten Versand“ einen höheren Betrag zahlen muss, wird davon ausgehen, dass ihm diese Versandart Vorteile brächte. Dies ist jedoch tatsächlich nicht der Fall, da das Risiko des Versandes gem. §§ 474, 447 BGB allein der Verkäufer zu tragen hat.
Wirbt der Händler damit, dass bei ihm die Ware nur versichert versendet wird, kann auch dies zu Abmahnungen führen, da es sich hierbei um eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten handelt.