Die Echtheitsgarantie stellt (manchmal) keine Werbung mit Selbstverständlichkeiten dar.

Die Werbung mit Selbstverständlichkeiten ist eine komplizierte Thematik. Normalerweise sind Werbeaussagen verboten, mit denen selbstverständliche und allgemein übliche Wareneigenschaften besonders betont werden. Es ist nämlich unzulässig, wenn der angesprochene Kundenkreis hierdurch zu der Auffassung gelangen könnte, in den Genuss eines besonderen Vorzugs zu gelangen, den er bei anderen Erzeugnissen bei Wettbewerbern nicht genießen würde. Regelmäßig versteht sich von selbst, dass sich jeder Händler Originalware zu liefern hat, bzw. Imitate als solche kennzeichnen muss. Deswegen sollte der Hinweis darauf, dass es sich bei dem Produkt um Originalware handelt besser unterbleiben.

Eine Ausnahme erkannte das OLG Hamm jetzt für den Handel mit Textilien. Nach Ansicht des OLG Hamm weiß jeder Verbraucher in diesem Segment, dass es sich bei der Werbung für Originalware um eine Selbstverständlichkeit handelt. Eine Irreführung des Verbrauchers ist insoweit nicht mehr möglich. Dementsprechend ist eine Werbung, mit der ein Textilhändler seine Produkte als Originalware angibt als Abgrenzung von Anbietern von Imitaten und Fälschungen anzusehen, wie es sie auf dem Markt des Textilhandels häufig gibt. Deswegen sei die entsprechende Werbung zulässig.