Werbung mit durchgestrichenen Preisen

Es ist weitverbreitete Praxis in beinahe allen Branchen, wenn Händler mit durchgestrichenen Preisen werben, um ihren Kunden einen Preisvorteil unmittelbar vor Augen zu führen. Oft wird die Aufnahme eines neuen Produktes in das Sortiment oder eine Geschäftseröffnung auch zu Anlass genommen mit sogenannten Einführungspreisen zu werben, die unter dem zukünftigen normalen Kaufpreis liegen. Doch Vorsicht. Der Bundesgerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 17.03.2011 klargestellt, dass eine Werbung mit hervorgehobenen Einführungspreisen, denen höhere durchgestrichene Preise gegenübergestellt werden, wettbewerbswidrig ist, wenn sich aus der Werbung nicht ergibt wie lange Einführungspreise gelten und ab wann die durchgestrichenen höheren Preis verlangt werden. Nach dem Bundesgerichtshof muss derjenige der mit einem höheren durchgestrichen Preis wirbt dem Kunden deutlich machen, worauf sich dieser Preis bezieht. Der Händler muss also Klarheit darüber schaffen, um was für einen Preis es sich bei dem durchgestrichenen Preis handelt. Der Kunde muss also wissen, ob es sich beispielsweise um die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers oder den vorher verlangten Preis handelt. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs bezieht sich ausdrücklich nur auf die Werbung mit einem Einführungspreis. Das Urteil steht aber in einer Reihe von anderen Entscheidungen, so dass davon auszugehen ist, dass der vom Bundesgerichtshof nun aufgestellte Grundsatz für sämtliche Arten von durchgestrichenen Preisen gilt.

Bei der Werbung mit durchgestrichenen Preisen ist also generell darüber aufzuklären, um was für einen Preis es sich bei dem durchgestrichenen Preis handelt.