Werbung mit Alleinstellungsmerkmalen

Jeder Händler, der seine Produkte über das Internet vertreibt muss, um auf dem Markt bestehen zu können Werbung machen. Um auf sich aufmerksam zu machen und die Konkurrenz hinter sich zu lassen wird jeder Händler bestrebt sein sich im besten Licht zu präsentieren. Hier können die ersten Probleme auftauchen, denn wenn die eigene Leistung als „beste, billigste oder umweltfreundlichste“ angepriesen wird, kann es immer einen anderen Unternehmer geben, der noch bessere Konditionen vorweisen kann.

Die Werbung, so genannte Alleinstellungs- oder Spitzenstellungswerbung ist nicht verboten, unterliegt aber dem Wettbewerbsrecht. Gemäß §§ 3,5 UWG ist Werbung mit irreführenden Behauptungen verboten. Preist der Händler also seine Produkte als „beste“ oder „billigste“ an sollte er auch in der Lage sein den Beweis zu führen.

Die Übergänge zwischen erlaubt und wettbewerbswidrig sind fließend und manchmal kann nur ein Wort ausschlaggebend sein. Daher sollten Superlative und Vergleiche vorher gut überlegt sein.

Die §§ 3,5 UWG bieten aufgrund ihrer allgemeinen Formulierung keine Richtlinien für den Händler. Daher sollte man Bezug auf die Rechtsprechung nehmen. Im Folgenden sind einige Beispiele zu finden:

„Wir sind das beliebteste Unternehmen Deutschlands“ stellt eine unzulässige Aussage dar, wenn die Leistungen nicht bundesweit angeboten werden.

„Deutschlands beliebtester Anbieter“ ist zulässig, wenn der Unternehmer deutschlandweit den größten Kundenstamm in seinem Segment vorweisen kann.

1a Unternehmen“ kann irreführend sein, da der Verbraucher entgegen der Tatsachen denken kann, dass das Prädikat 1a von einem Dritten verliehen wurde.

„Schnellster Anbieter bundesweit“ ist irreführend, wenn der Unternehmer flächendeckend nicht jeden anderen Anbieter übertrifft und die Leistung nicht stets abrufbar ist.

„Für Sie kämpft niemand so wie wir!“ ist eine zulässige Aussage, da der tatsächliche Erfolg hier nicht impliziert ist.

„Wir gehören zur Leistungsspitze“ besagt lediglich, dass das Unternehmen zur Spitzengruppe der Branche zählt.

„Das bessere Produkt“ ist nur dann nicht wettbewerbswidrig, wenn das Unternehmen wirklich preislich und technisch überlegen ist.

„Der beste Preis der Stadt“ ist stets wettbewerbswidrig, wenn ein Konkurrent zur gleichen Zeit einen billigeren Preis anbietet.

„Unschlagbar billig“, hier gilt das gleiche wie für den „besten Preis der Stadt“

„Wir haben unsere Preise mit der Konkurrenz verglichen, und wir waren tatsächlich die Billigsten“ ist eine intransparente Aussage, da keine Angaben geliefert werden.

„Gelddifferenz zurück, wenn Sie woanders billiger kaufen“ ist erlaubt.

„Echte Tiefpreisgarantie – wir zahlen den Differenzbetrag einfach aus“ ist ebenfalls zulässig.

Lediglich das Wort „Sparen“ ist nicht wettbewerbswidrig, da es nicht besagt, dass hier der günstigste Preis vorliegt.

„Weltweit die Nummer 1“ kann bei einem Tochterunternehmen eines multinationalen Konzerns zulässig sein, wenn der Verbraucher den Mutterkonzern mit der Verbreitung des Produkts in Verbindung bringt.

„Wir liefern überall in der Region“ ist irreführend wenn in der Tat irreführend Lieferungslücken bestehen.

Es bleibt also festzuhalten, dass es keine einheitliche Vorschrift gibt, jedoch allzu übertriebene Aussagen eingedämmt werden soll. Der Verbraucher soll nicht in die Irre geführt werden oder sich aufgrund von übertriebenen Werberungen zum Kauf hinreißen lassen. Bleibt der Händler also ehrlich und bei den Fakten ist eine Verletzung wegen unlauteren Wettbewerbs unwahrscheinlich.