Reklamehaftes Anpreisen von ärztlichen Leistungen verstößt gegen das Berufsrecht

Es liegen mehrere Urteile vor, aus denen hervorgeht, dass Werbung für ärztliche Leistungen bei Groupon gegen die ärztlichen Berufsordnungen verstößt, betroffen sind sowohl Humanals auch Zahnmediziner.

Das LG Köln führte dazu aus, dass die Patienten aufgrund des extrem niedrigen Preises und der begrenzten Frist geradezu gedrängt werden den so genannten „Deal“ abzuschließen ohne sich vorher genügend Gedanken machen zu können.

Entscheidung LG Köln: Zahnarzt
Das LG hatte über das Angebot einer Bleaching-Behandlungen für „69 € statt 199 €“ zu entscheiden. Es wurde unter anderem mit den Worten „strahlendes Lächeln, Sicherheit im Alltag und Flirt“ geworben. Der Zahnarzt verstößt nach Ansicht des LG Köln gegen die zahnärztliche Berufsordnung, da der Patient noch nicht einmal genügend Zeit hat sich Gedanken über den Nutzen einer solchen Behandlung zu machen

Entscheidung LG Hamburg: Augenarzt
Auch hier ging es um einen Groupon-Gutscheine, dieses Mal für augenärztliche Lasertherapien. Diese wurden zum Preis von € 999,- EUR statt € 4.200,- angeboten, in der Anzeige wurde mehrfach auf den Rabatt von 76% hingewiesen.
Auch hier wird gegen das ärztliche Berufsrecht verstoßen, denn der Patient wird zu einer schnellen Entscheidung gedrängt. Zudem ist die Behandlung noch kostspieliger und durchaus riskant. Es liegt hier keine gebotene sachliche Information vor, sondern geradezu eine marktschreierische Anpreisung. Groupon mag auch für Mediziner eine interessante und lukrative Möglichkeit bieten die Eigenvermarktung voranzutreiben, ist aber im Zusammenhang mit den ärztlichen Berufs- und Gebührenordnungen kritisch zu betrachten. Denn die meisten ärztlichen Leistungen unterliegen einem festen Gebührenschlüssel, davon abweichend ist ein individueller Kostenplan zu erstellen. Ärztliche Leistungen sollten nicht „verkauft“, sondern individuell verordnet werden, dazu müsste der Patient zuvor beim Arzt vorstellig werden. Der „Countdown“ bei Groupon läuft konträr zu dem Bedürfnis des Patienten sich hinreichend Gedanken über Zweck, Notwendigkeit und Risiken eines Eingriffs zu machen. Außerdem dürfen Ärzte über ihre Leistungen nur sachlich informieren.