Probleme der Schleichwerbung

Schleichwerbung ist in den verschiedensten Formen möglich, sowohl schriftlich als auch grafisch. Eine Zeitung kann beispielsweise über ein neues Produkt berichten und dafür vom Hersteller Geld erhalten haben. Der Leser hat davon natürlich keine Kenntnis und sieht darin einen ganz normalen Artikel.

Ein anderer Fall liegt jedoch vor, wenn Unternehmen auf ihrer eigenen Website oder beispielsweise einer Facebook Seite Werbung für sich und die eigenen Produkte machen. Unternehmen nutzen natürlich das Internet und Social Media Plattformen für ihre Werbung, um die Kunden über Produkte und andere unternehmensbezogene Sachen zu informieren. Es scheint auch durchaus logisch, dass ein Unternehmen auf der eigenen Website Werbung für sich selbst und die Produkte macht. Allerdings wissen die potenziellen Kunden, dass es sich hier nicht um objektive Berichte, sondern um unternehmenseigene Angaben handelt.

Hier liegt kein Fall von Schleichwerbung vor, da der Adressat genau weiß, dass die Website des Unternehmens auch einen Werbecharakter für dieses hat. Schleichwerbung (§ 4 Nr.3 UWG) Gemäß § 4 Nr.3 UWG handelt derjenige unlauter, der den Werbecharakter geschäftlicher Handlungen verschleiert. Die Rechtsprechung hat im Laufe der Jahre verschiedene Fallgruppen entwickelt. Unlauter handelt, wer vorgibt sich wissenschaftlich oder fachlich zu äußern, obwohl er in Wirklichkeit für ein bestimmtes Unternehmen werben will. Vermeintlich objektive und unabhängige Experten äußern sich positiv über ein Produkt des Unternehmens. Es handelt sich eindeutig um Schleichwerbung, wenn eine Bezahlung für die Aussagen erfolgt. Generell ist immer auf den durchschnittlich verständigen Adressaten abzustellen und viel Vertrauen er der Quelle und deren Neutralität beimisst. Unlauter handelt ebenso, wer den werblichen Charakter einer Werbeschrift verschleiert. Ein durchschnittlich informierter, aufmerksamer und verständiger Adressat muss hierbei über den werblichen Charakter der Schrift getäuscht werden. Für den Leser muss klar erkennbar sein, was Werbung und was redaktioneller Inhalt einer Zeitung oder eines Magazins ist. Es muss eine Trennung erfolgen, die meist durch Überschriften oder die Aufmachung erkannt wird. Das Trennungsgebot gilt für die unabhängige Presse, der Leser soll dich darauf einstellen können mit Werbung konfrontiert zu werden. Wenn im Internet in einem redaktionellen Teil ein Link auf eine Werbeseite existiert, muss der Link so gestaltet sein, dass klar erkennbar ist, dass dort auf eine Werbeseite verwiesen wird. Fehlt es an einer solchen Erkennbarkeit liegt ein Verstoß gegen den Trennungsgrundsatz vor.

Hiergegen wird bei Verlinkungen auf Unternehmenswebsites in der Regel nicht verstoßen.