Porsche 911 Carrera zu 5,50 EUR ?

Diese oder ähnliche Schlagzeilen lassen die Herzen zahlreicher Schnäppchenjäger höher schlagen. Die Hoffnung auf ein Superschnäppchen, nämlich den Erhalt eines fast neuen Porsche 911 Carrera zu einem Kaufpreis von sage und schreibe 5,50 EUR, musste jüngst ein Käufer auf der Handelsplattform eBay begraben.

Der Verkäufer hatte den neuwertigen Porsche 911 Carrera auf der Handelsplattform eBay zu einem Mindestgebot von 1,00 EUR eingestellt. Bei der Eingabe der Summe von 1,00 EUR war dem Verkäufer ein grober Fehler unterlaufen. Diesen entdeckte er zwar schnell und wollte ihn beseitigen. Innerhalb der 8 Minuten, die die Auktion dauerte, hatte aber bereits ein Schnäppchenjäger sein Gebot in Höhe von 5,50 EUR wirksam abgegeben. Da der Verkäufer den Wagen aber nicht zu dem Auktionspreis abgeben wollte, forderte der Käufer Schadenersatz. Vergeblich, wie das Landgericht Koblenz jüngst entschied. Zwar sei zwischen Käufer und Verkäufer ein wirksamer Kaufvertrag zustande gekommen. Der Verkäufer könnte sich auch nicht durch den Abbruch einer eBay-Auktion von seiner Willenserklärung oder dem Vertrag lösen. Schadenersatzansprüche wegen Nichterfüllung dieses Vertrages seien aber aus dem Grundsatz von Treu und Glauben (§ 242 BGB) nicht durchsetzbar. Ausnahmsweise sieht das Gericht hier den krassen Ausnahmefall der unangemessen Benachteiligung des Verkäufers als gegeben an. Der Sachverhalt liege soweit außerhalb der von den Beteiligten erwarteten Risiken und Chancen, so dass das extreme Missverhältnis zwischen gebotenen Preis und Wert der Sache, im Zusammenhang mit der kurzen Laufzeit der Auktion, ganz ausnahmsweise zur Befreiung des Verkäufers führe.