„Kostenlose Schätzung“ als Werbung mit Selbstverständlichkeiten?

Ein Edelmetallhändler wurde von einem Wettbewerber abgemahnt, da er beim Ankauf von Edelmetallen mit einer „kostenlosen Schätzung“ warb. Der abmahnende Wettbewerber sah hierin eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten, da in diesem Geschäft üblicherweise vorab eine Schätzung des jeweiligen Edelmetalls vorgenommen würde. Daher führe diese Werbeaussage den Kunden in die Irre und verstoße gegen § 5 UWG.

Das OLG Celle entschied, dass es sich bei dieser Aussage zwar um eine marktübliche Verfahrensweise handele, diese jedoch eine freiwillige Sonderleistung darstelle. Dem Händler sei es demnach freigestellt, ob und zu welchem Preis er das Metall vorab schätze. Demnach liege keine Werbung mit Selbstverständlichkeiten vor!

Das OLG Celle hat gegen sein Urteil die Revision zugelassen, da in einem ähnlich gelagerten Fall ein anderes Gericht eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten angenommen hat. Soweit der Kläger nun gegen das Urteil in die Revision geht, wird der Bundesgerichtshof in dieser Sache zur Entscheidung angerufen werden.