Informationspflichten im Mobile-Commerce:

In den verschiedensten Blogs und Zeitschriften wird jüngst auf eine Entscheidung des LG Bochum hingewiesen, wonach es angeblich nicht zu beanstanden sein soll, wenn die Pflichtinformationen im Fernabsatz nicht direkt auf dem Handy angegeben werden. Es solle vielmehr genügen, wenn sich auf der aufgerufenen Handy-Seite ein Hinweis befände, wonach es sich nur um einen Auszug eines Angebotes handelt, der mit allen Details auf einer Internetseite eingesehen werden kann (LG Bochum1-13 O 277/08)

Wir können nur dringend davor warnen, diese Entscheidung als gefestigte Rechtsprechung oder Stand der Dinge anzusehen. In einem Parallelfall hatte bereits das OLG Hamm eine ähnliche Entscheidung des LG Bochum gekippt und klargestellt, dass das Gesetz keine Unterschiede zwischen mobilen und nicht mobilen Endgeräten macht. Die Pflichten zur Verbraucherinformation sind nicht etwa geringer nur weil der Bildschirm eines Handys kleiner ist.

Online-Händler die das mobile Internet als neue Absatzmärkte für sich entdeckt haben sei dringend angeraten, auf die Einhaltung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu achten. Wenn Sie Fragen zu den Anforderungen des Mobile-Internet haben wenden Sie sich vertrauensvoll an die Sie beratenden Rechtsanwälte.