Der dauerhafte „Sonderpreis“

Das Oberlandesgericht Köln hat entschieden, dass es irreführend und wettbewerbswidrig ist, einen bereits dauerhaft gesenkten Preis dem alten regulären Preis als „Sonderpreis“ gegenüberzustellen.

Ein Händler hatte in seinem Onlineshop den von ihm verlangten Preis als „Sonderpreis“ gekennzeichnet. Gegenübergestellt war der alte Preis als „regulärer Preis“. Dies Preissenkung als Sonderpreis war auf unbestimmte Dauer erfolgt und nicht etwa im Rahmen eines Sonderverkaufes. Die Richter sahen in dieser Vorgehensweise einen Wettbewerbsverstoß. Der Verbraucher werde in die Irre geleitet, da er unzutreffend annehme, er könne hier kurzfristig zu Sonderkonditionen einkaufen. Der Verkehr versteht die Werbung mit dem einem regulären Preis gegenübergestellten Sonderpreis dahin, dass ein Sonderverkauf stattfindet und der beworbene Preis nur unter bestimmten Bedingungen in Anspruch genommen werden kann. Die Verwendung der Begriffe „Sonderpreis“ und „regulärer Preis“ lässt, anders als eine Werbung mit einem durchgestrichenen Preis ohne weitere Zusätze, nicht auf eine bedingungslose Preissenkung schließen. Dieser Eindruck ist falsch, denn der Händler hatte den Preis für beworbene Produkte unbefristet gesenkt.

Wir empfehlen danach dauerhafte Preissenkungen so zu gestalten, dass der Kunde erkennen kann, dass ein neuer regulärer Preis eingeführt wird. Möglich ist dies durch die Verwendung der Begriffe „neuer Preis“ oder „Neupreis“. Bei einer solchen Gestaltung ist auch eine Gegenüberstellung des alten nicht mehr gültigen Preises nicht zu beanstanden.