Bilderklau im Internet

Nicht wenige Online-Händler betrachten fremde Homepages als puren Selbstbedienungsladen. Nicht nur ganze Textpassagen werden übernommen, auch Bilder werden geklaut. Copy and paste – auch für Laien ganz einfach. Das dabei regelmäßig die Urheberrechte des Fotografen oder des Konkurrenten verletzt werden, wird oft bewusst oder unbewusst übersehen.

Ganz besonders ärgerlich ist es dann, wenn Verkäufer ihre teuer und aufwendig hergestellten Produktfotos plötzlich auf den Angebotsseiten der Konkurrenten entdecken. Dabei ist der Bilderklau im Internet keinesfalls ein Kavaliersdelikt. Der Urheber selbst, beispielsweise der Fotograf oder der Inhaber der Nutzungsrechte, regelmäßig der Verkäufer, der die Bilder im eigenen Auftrag hat herstellen lassen, genießt umfassenden Schutz des Urhebergesetzes.

Nach den §§ 97, 101 Urhebergesetz haben Urheber Ansprüche auf Beseitigung und Unterlassung, Auskunft- und Schadensersatz gegenüber den Verletzern. Daneben besteht, wie im Wettbewerbsrecht auch, ein Erstattungsanspruch für die Kosten der anwaltlichen Inanspruchnahme zwecks Ausspruch einer Abmahnung.

Durch den Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch kann der Urheber die illegale Nutzung seiner Bilder beenden. Dies geschieht zunächst auf außergerichtlichem Wege durch Ausspruch einer Abmahnung, später ggf. mit gerichtlicher Hilfe.

Der Anspruch auf Schadensersatz kann im Rahmen einer „angemessenen“ Lizenzgebühr geltend gemacht werden. Zur Bestimmung was angemessen ist, bietet sich die Möglichkeit an auf Honorar-Empfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Markting zurückzugreifen. Von der MFM werden die marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte zusammengestellt. Die Höhe des Anspruchs richtet sich dabei nach der Nutzungsdauer. Da der Urheber hierüber oft keine Kenntnis haben kann, ist der Verletzer verpflichtet umfassend und Wahrheitsgemäß Auskunft zu erteilen. Pro Bild können dabei für eine jährliche Nutzung mehrere hundert Euro an Schadenersatz veranschlagt werden. Sollte bei dem geklauten Bild der Urhebervermerk fehlen, verdoppeln sich die Beträge nach der Rechtsauffassung des OLG Düsseldorf. Bei mehreren Bildern kommen so schnell einige tausend Euro zusammen. Beträge, die dem Urheber in jedem Fall zustehen.

Sagen Sie nein zum Bilderklau, wir schützen Ihre Rechte.

Zu Methoden der sicheren Beweisführung und weiteren Fragen zur Durchsetzung Ihrer Rechte können Sie jederzeit Kontakt mit uns aufnehmen.