Bei zwischenzeitlicher Änderung des Prüfungsverfahrens ist eine Werbung mit Testergebnissen unzulässig

Werbung mit Testergebnissen – beispielsweise der Benotung durch Stiftung Wahrentest bestärkt das Produkt des Händlers birgt aber auch Schwierigkeiten. Besonders zu beachten ist, dass die Ergebnisse eines Tests verfallen, wenn das Testverfahren zwischenzeitlich geändert wurde.

So geschehen in einem Fall, denn das OLG Hamburg zu entscheiden hatte. Hierbei ging es um eine Bewertung von Sonnencremes durch Stiftung Warentest.

Der Hersteller bewarb sein Produkt mit dem Testergebnis „GUT” und nahm dabei Bezug auf eine Prüfung aus dem Jahr 2008.

Allerdings hatten sich die Kriterien und das Verfahren für die Beurteilung von Sonnenschutzmitteln erheblich verändert. Wie das beworbene Produkt nach dem neuen Testverfahren abschneiden würde ließ sich anhand des alten Tests nicht sagen.

Das OLG Hamburg untersagt die Werbung mit dem alten Testergebnis, da es den Käufer in die Irre führe.

Ausführung des BGH

Das Gericht führte aus, dass der angesprochene Verkehr davon ausginge,  dass sich die Untersuchungsmethoden von Stiftung Warentest am Stand der Technik orientieren, die Testergebnisse mithin eine objektive Aussage über die Qualität anhand vorgegebener Kriterien darstellen […]. Liegen Erkenntnisse vor, die eine andere Beurteilung bereits geprüfter Waren rechtfertigen können, und haben derartige Entwicklungen – wie hier – in der Veröffentlichung neuer Testergebnisse Ausdruck gefunden, die Waren der früher getesteten Art betreffen, ist nicht nur die Richtigkeit der früheren Testergebnisse zweifelhaft, vielmehr nimmt der Verkehr durch die Weiterverwendung des alten Testergebnisses auch an, dass das werblich herausgestellte Testergebnis nach wie vor aktuell und nicht durch neue Erkenntnisse oder Bewertungskriterien überholt ist, das ‚alte‘ Prüfergebnis also weiterhin Bestand hat.“

Es ist also sowohl darauf zu achten, das sich das Produkt nicht wesentlich verändert hat und das das angewandte Prüfverfahren aktuell ist. Der Arbeitsaufwand dieser Überprüfungen kann vor Abmahnungen schützen.