Abmahnwarnung

Aktuell werden in großer Anzahl Händler abgemahnt, die Waren nach Gewicht, Volumen, Fläche oder Länge in Preisvergleichsportalen bewerben. Regelmäßig vergessen die Händler dabei, dass bereits für diese Darstellung von Waren die Pflicht zur Angabe des Grundpreises zu beachten ist.

Die Pflicht zur Angabe des Grundpreises folgt aus den Regelungen der Preisangabenverordnung (PAngV). Nach § 2 Abs.1 S.1 PAngV ist vorgeschrieben, dass bei Waren welche nach Gewicht, Volumen, Fläche oder Länge angeboten oder unter Nennung des Endpreises beworben werden, der Grundpreis in unmittelbarer Nähe zum Endpreis anzugeben ist. Nach einem Urteil des BGH ist der Begriff „unmittelbare Nähe“ so zu verstehen, dass Grundpreis und Endpreis zueinander so platziert sein müssen, dass beide auf einen Blick wahrnehmbar sind. Erforderlich ist eine besondere räumliche Nähe. Muss der Verbraucher scrollen um den Grundpreis zuerkennen, genügt dies den rechtlichen Anforderungen nicht. Ebenso wenig ist es ausreichend, wenn der Grundpreis erst auf einer verlinkten Seite aufgeführt wird.

Die Pflicht zur Grundpreisangabe in ihren eigenen Online-Shops ist vielen Händler geläufig. Wichtig zu wissen ist, dass bereits bei der Werbung in Preisvergleichsportalen ebenfalls neben dem Endpreis auch der Grundpreis angezeigt werden muss. Sofern ein Händler ein Preisvergleichsportal verwendet, in welchem das nicht funktioniert, sollte die Werbung dort nicht mehr verwendet werden. Wie für Vergleichsportale gilt dieser Grundsatz auch für die Google-Merchant-Suche, bzw. die Shopping-Ergebnis-Suchtrefferliste auf Google oder in den Google-Anzeigen. Auch hier gilt: Der Grundpreis muss auf einen Blick zusammen mit dem Endpreis zu erkennen sein.